Details:
Seitenzahl: 448 Seiten
Verlag: FJB
Erschienen: 22. August 2018
Inhalt:
In England muss jeder, der nicht zum magischen Adel gehört, zehn Jahre lang als Sklave arbeiten.
Lukes Familie will diese Sklavenjahre gemeinsam durchstehen, im Dienst der mächtigen Herrscherfamilie Jardine. Doch nun rast Lukes Herz vor Angst, als er plötzlich von den anderen getrennt und in die laute und schmutzige Fabrikstadt Millmoor gebracht wird. Die Arbeit dort ist besonders hart.
Seine Schwestern sind mit den Eltern am prunkvollen Hofe der Jardines den rücksichtslosen Machtspielen und eiskalten Intrigen der Elite ausgesetzt. Vor allem der junge Adlige Silyen verfolgt mit seinen ungeheuerlichen magischen Fähigkeiten eigene Ziele. Und Lukes Schwester Abi verliert ihr Herz an den Falschen.
Meine Meinung:
Womit diese Dystopie auf jeden Fall punkten kann, ist das unglaublich gelungene Setting. Diese düstere Atmosphäre und die Spannung, die hier förmlich in der Luft zu liegen scheint, sind wunderbar umgesetzt worden. Man kann als Leser sofort mitfühlen und findet sich in diesem düsteren Szenario ein. Wenn man das Buch rein von seinem Wert als Dystopie bewerten müsste, würde es definitiv die volle Punktzahl bekommen, denn mir gefällt die Idee wahnsinnig gut. Eine alternative Geschichte der Menschheit zu erfinden und sie geschickt mit historischen Ereignissen zu verknüpfen – ich finde das genial.
Was mir hier allerdings etwas gefehlt hat, waren die zwischenmenschlichen Beziehungen. In diesem Bereich kam bei mir einfach nicht so viel an leider, was mir bei einem Roman aber immer extrem wichtig ist. Ich konnte einfach nicht mitfühlen – auch wenn die Ideen der Handlung immer grandios waren. Vielleicht lag das auch mit an den wirklich vielen Perspektivwechseln. Wir erleben die Geschichte nämlich aus einigen Perspektiven, was ich einfach etwas zu viel fand. An sich ist es ja super, mehrere Sichtweisen geschildert zu bekommen, da man so einen ganz anderen Blickwinkel auf das Geschehen erhält und wir die Welt, die hier geschaffen wurde, besser verstehen lernen. Allerdings hätte ich es wirklich sinnvoller gefunden, sich auf weniger Figuren zu beschränken, die uns ihre Geschichte erzählen.
Hin und wieder gab es meiner Ansicht nach auch ein paar Längen und Passagen, die ich unnötig und etwas mühselig fand. Aber auch das lag vor allem an den oben genannten übertriebenen Perspektivwechseln, denke ich.
Fazit:
Wer eine gut durchdachte Dystopie mit düsterem Setting sucht, der ist hier definitiv richtig. Ich kann die vielen positiven Stimmen durchaus verstehen, denn aus dieser Perspektive aus gesehen, bietet „Dark Palace“ wirklich alles, das man sich wünschen kann. Aufgrund der zu vielen Sichtwechsel und dem Fehlen der Emotionen, konnte mich das an sich gute Buch allerdings nicht völlig überzeugen. Trotzdem eine klare Leseempfehlung für alle Dystopie-Fans! 7 lila Punkte