Herzlich willkommen zur Blogtour zum zweiten Band der Juwel-Reihe von Amy Ewing. Heute geht es bei mir weiter und ich stelle euch die Surrogate und Gefährten näher vor, die eine sehr große Rolle in der Trilogie spielen.
Surrogate und Gefährten
In der Welt von Violet, die Amy Ewing geschaffen hat, regiert der Adel. Er bestimmt, was passiert, er nutzt die Menschen nach Belieben aus. Diese Herrschaft aus Unterdrückung und Tyrannei wird vor allem deutlich, wenn man sich die Surrogate und die Gefährten anschaut.
Sie haben eigentlich keine Rechte und sind nur dazu da, den herrschenden Häusern im Juwel zu dienen. Sie werden wie Waren behandelt, wie Gegenstände, was beim Lesen sehr erschreckend ist. Mehr als einmal schaudert es einen, wenn man über die Art und Weise liest, wie sowohl die weiblichen Surrogate als auch die männlichen Gefährten behandelt werden.
Ich stelle euch heute die Anstalten vor, in denen diese beiden Gruppen ausgebildet werden und auch über ihre Fähigkeiten bzw. Aufgaben werde ich euch berichten.
1. SURROGATE
Fangen wir bei den Surrogaten an, wie auch die Protagonistin Violet eines ist. Im ersten Band von „Das Juwel“ haben wir bereits einiges über Southgate erfahren, die Einrichtung, in der Violet ausgebildet wurde.
– Aufgaben:
Surrogate sind vor allen Dingen für eines da: die Kinder für die reichen Familien bekommen. Nach ihrer Ausbildung in den Verwahranstalten, werden die Surrogate zu einer Auktion gebracht, wo die Reichen und Mächtigen für sie bieten können. Je höher die Losnummer, desto wertvoller das Surrogat, d.h. desto besser beherrscht sie die Auspizien (zu denen wir gleich noch kommen).
Die Käufer kennen nicht einmal den Namen des Surrogates, den es am Tag der Auktion ablegen muss. Surrogate sind nichts weiter als die ihnen zugeteilte Losnummer und werden fortan so angesprochen.
Menschen werden wie Ware behandelt, das zeigt sich hier mehr als deutlich. Für die regierende Schicht sind die Surrogate nichts weiter als Mittel zum Zweck und nicht mehr wert als ein Brutkasten.
Hierzu noch ein Zitat von Violet aus Band 1:
„Sie sprechen über uns, als wären wir ein Haustier oder ein wertvolles Rennpferd.
Als würden wir nicht zuhören. Als wären wir gar nicht da.“
– Lage:
Die vier Verwahranstalten der Surrogate (Southgate, Eastgate, Northgate und Westgate) liegen im Sumpf, dem äußersten Kreis der Einzigen Stadt.
Sie alle besitzen wie die Gefährtenheime einen eigenen Bahnhof.
– Leben in der Verwahranstalt:
Violet erzählt, dass sie so gut wie nichts Persönliches mitnehmen durfte außer beispielsweise einen Bademantel. Dabei sei ihre Anstalt Southgate noch die humanste von allen, denn in Northgate sei überhaupt nichts erlaubt.
Die Zimmer sind mit Eisenstäben – die zwar kunstvoll gestaltet sind – an den Fenstern verriegelt, damit niemand fliehen kann.
Anders als bei den Gefährten, entstehen hier durchaus richtige Freundschaften wie z.B. zwischen Raven und Violet.
Doch bestimmt wird der Alltag vom Unterricht. In Violets Fall ist das unter anderem das Cellospielen, doch vor allen Dingen müssen sich die Surrogate in den Auspizien üben.
– Ausbildung:
Das wohl wichtigste, das die Surrogate in ihren Verwahranstalten lernen, ist die Beherrschung der Auspizien. Durch sie kann man Gegenstände verändern und nach Belieben formen, fast wie eine Art von Magie. Aber nur fast wie wir in „Die weiße Rose“ sehen werden…
In einem bestimmten Alter werden alle Mädchen, ohne Ausnahme, auf ihre Kräfte getestet. Sollte der Test positiv ausfallen, müssen sie in eine Verwahrungsanstalt, sie haben gar keine Wahl.
Die Auspizien werden in folgende Kategorien eingeteilt:
Farbe
Form
Wachstum
Die Surrogate müssen bei der Anwendung stets drei Regeln beachten:
1. Sieh es, wie es ist.
2. Stell dir vor, wie’s werden soll.
3. Zwinge es in diese Form.
Doch das Anwenden der Auspizien fordert seinen Tribut – warum das so ist, werden wir im zweiten Buch lernen. Die Mädchen haben Schmerzen, bekommen Nasenbluten oder Schlimmeres. Je nachdem, wie stark sie ihre Kräfte einsetzen.
Die Auspizien dienen allerdings einzig und allein dem Zweck, das Kind der Familie, das das Surrogat ersteigert hat und ihnen früher oder später von Ärzten eingesetzt wird, möglichst schnell zum Wachsen zu bringen und dabei so vorteilhaft wie möglich zu gestalten. Gute Eigenschaften, gutes Aussehen usw. Vor allem im Adel ist das von großer Bedeutung, da jeder nur zwei Kinder haben darf. Aus diesem Grund wollen alle eine möglichst hohe Losnummer bei der Auktion ersteigern, damit ihr Surrogate die drei Auspizien möglichst gut auf das ungeborene Kind anwenden kann.
In „Die weiße Rose“ erfahren wir allerdings noch sehr interessante Dinge über die Auspizien und wozu sie eigentlich gedacht sind… Doch das werde ich euch an dieser Stelle nicht verraten. 😉
– Auswirkungen auf die Surrogate:
Durch diesen Druck, möglichst schnell ein möglichst perfektes Kind zu bekommen, experimentiert die eine oder andere Adlige gern an ihrem Surrogat herum. Dass das nicht immer gut endet, kann man sich denken.
Dazu kommt, dass die Surrogate die Geburt eines Kindes nicht überleben. Natürlich wird ihnen das vorher nicht gesagt, doch es wird im Laufe von Band 1 immer deutlicher. Die Geburt bedeutet den Tod.
Durch Neid und Missgunst unter den Reichen kommt es dazu noch oft vor, dass Surrogate einfach umgebracht werden. Die Häuser des Juwels, die untereinander konkurrieren, wollen selbst das Beste Surrogat besitzen und schrecken nicht davor zurück, das der anderen zu töten. Denn wie gesagt, Surrogate sind für sie nichts als Ware. Das Leben eines solchen Mädchens zählt nichts.
2. GEFÄHRTEN
Im zweiten Buch der Trilogie erfahren wir durch Ash mehr über die Heime, in denen die sogenannten Gefährten ausgebildet werden. Und glaubt mir, das ist alles andere als leichte Kost.
– Aufgaben:
Gefährten sollen die reichen Damen unterhalten und ihnen zu Diensten sein. Mit absolut allem, was sie haben. Sie sind für den Adel nichts weiter als Spielzeug, das man im Schlafzimmer benutzt und anschließend wegwirft.
Ash berichtet, dass er tagsüber die jungen, unverheirateten Mädchen des Adels umgarnen musste, nur um abends mit deren Müttern zu schlafen. Gefährten sollen höflich, galant und witzig sein, aber auch im Schlafzimmer jeglichen Wunsch erfüllen – egal wie widerwärtig und egal mit wem.
– Lage:
Das G
efährtenheim von Ash befindet sich im östlichen Teil der Bank, einem der Kreise der Einzigen Stadt, deren Zentrum das Juwel bildet.
– Leiterin:
Darüber hinaus erfahren wir, dass die Leiterin und gleichzeitig Ausbilderin von Ashs Gefährtenheim Madame Curiosa genannt wird. Sie hat Ash entdeckt als er noch ein Kind war und ihm gesagt „Die Mädchen sind bestimmt ganz verrückt nach dir“.
Weil Ash dringend Geld für seine Schwester brauchte, hat er ihr Angebot angenommen und wurde zu einem Gefährten.
– Ausbildung:
Neben ihrer Hauptaufgabe werden die Gefährten auch ein Jahr lang in Kunst, Geschichte, Mathematik, Musik und Kampfkunst ausgebildet.
Madame Curiosa sorgt außerdem für einen starken Konkurrenzkampf zwischen den Gefährten im Heim. Wer z.B. von einer wichtigen Patronin gebucht wurde, bekam dafür Punkte. Diese Punkte wurden öffentlich gezeigt und bei einem bestimmten Wert, gab es eine Belohnung. So sollte niemals das Gefühl von Freundschaft zwischen den Gefährten entstehen können.
Bisher waren es ja noch einigermaßen humane Dinge, die ich euch berichten konnte über die Gefährtenheime. Doch jetzt geht es ans Eingemachte. Also, macht euch seelisch bereit und los geht’s…
Denn da es die Aufgabe der Gefährten ist, den reichen Mädchen und Frauen möglichst gut und umfassend in einem ganz bestimmten Bereich zu Diensten zu sein, werden sie selbstverständlich darin ausgebildet. Doch wie sollen sie gewisse Fertigkeiten, die im Schlafzimmer benötigt werden, üben?
Richtig, mit „Freiwilligen“. Wobei dieser Begriff in diesem Fall sehr gedehnt werden muss. So weit, dass man kaum noch von freiwillig sprechen kann.
Alle Gefährtenheime haben einen eigenen Bahnhof für private Züge, in denen durch verborgene Kammern und Verstecke Kinder zu den Heimen gefahren werden.
Die Jungen, die dieses Schicksal mal mehr mal weniger freiwillig ereilt, haben vergleichsweise noch Glück. Denn sie werden nur als Übungspartner für das Boxen, Fechten oder den Schwertkampf genutzt, da auch das zur Grundausbildung eines Gefährten gehört.
Doch dann sind da noch die Mädchen, die garantiert nicht freiwillig in die Gefährtenheime gehen. Denn sie dienen als Übungsobjekte für ganz bestimmte andere Dinge, die ich hier nicht direkt aussprechen werde. Denn das ist ja der eigentliche Zweck der Gefährten.
Bei Ash war es so, dass er mit fünfzehn in Madame Curiosas Zimmer gebracht wurde und dort mit ihr schlafen musste. Ab diesem Zeitpunkt wurden ihm ständig Mädchen zugeführt, die Angst hatten und das alles nicht wollten. Doch er musste „ihnen zu Gefallen sein„. Und das unter den strengen Augen seiner Lehrer, die ihn auch noch beurteilten.
– Auswirkungen auf die Gefährten
Ihr seht, wie furchtbar und erniedrigend das Leben eines Gefährten ist. Deshalb überrascht es auch nicht zu hören, dass die Selbstmordrate unter ihnen sehr hoch ist.
Die anderen verletzen sich an Stellen, die man nicht sehen kann (schließlich dürfen sie ja nicht ihren Marktwert reduzieren), wie z.B. die Zehen oder Kniekehlen. Andere wiederum betäuben sich mit Opiaten, was nicht selten in Abhängigkeit endet.
Es gibt auch Gefährten, die anfangen ihre furchtbaren Erfahrungen in ihrer Sexualität zu verarbeiten, indem sie gewalttätig dabei werden oder Mädchen vergewaltigen.
Doch niemand kümmert sich darum, denn Gefährten sind nur Objekte. Völlig austauschbar und nur von Nutzen, so lange sie funktionieren.
3. FAZIT
Die Welt, die Amy Ewing erschaffen hat, ist grausam und manchmal verstörend. Der Adel herrscht mit reiner Willkür und betrachtet andere Menschen als Eigentum, als austauschbar, als nicht wertvoll.
Gerade anhand der Surrogate und Gefährten, die so unglaublich ausgenutzt werden – und das auf jeder erdenklichen Ebene – wird dies deutlich.
Ich hoffe, ich konnte euch das Ganze nahebringen und ihr wollt jetzt unbedingt wissen, wie es weitergeht. Ob der Adel damit durchkommt oder ob es nicht irgendwann an der Zeit ist, etwas zu ändern…
Wenn ihr Lust habt, könnt ihr euch HIER meine Rezension zu Band 1 durchlesen und HIER auch meine Meinung zum aktuellen zweiten Teil der Reihe.
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Ich möchte heute von euch wissen: Welches Schicksal findet ihr schlimmer und warum? Surrogat oder Gefährte?
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