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Details:
Seitenzahl: 250 Seiten
Verlag: bittersweet
Erschienen: 13. April 2016 (e-Book), 1. Juli (Taschenbuch)
Inhalt:
Nach den jüngsten Ereignissen ist die Armee der Talente eine andere geworden. Neue Gesichter, zerrüttete Hoffnungen und der Verlust einer Gabe erschweren ihnen den Alltag. Gerade im Angesicht des drohenden Besuchs aus den obersten Reihen ihrer Organisation hat Jakob alle Hände voll zu tun, um den Zusammenhalt der jungen Kämpfer nicht bröckeln zu lassen. Melek hat unterdessen noch größere Probleme: Die Dschinn sind aus ihrem Winterschlaf zurück und mit ihnen auch ihr ganz persönlicher, verführerischer Feind. Nun gilt es eine Entscheidung zu treffen…
Autorin:
Mira Valentin arbeitet hauptberuflich als Journalistin für Jugend- Frauen- und Pferdezeitschriften. Hoch zu Ross, mit Laufschuhen oder Fahrrad streift sie regelmäßig durch die ausgedehnten Wälder des Hessischen Hinterlands. Hier, zwischen mystischen Quellen und imposanten Steinbrüchen, kam ihr die Idee für „Das Geheimnis der Talente“. Seither sieht sie ständig Dschinns in den Baumkronen sitzen und kann kein Dorffest mehr feiern ohne sich zu fragen, welches arme Opfer heute wohl ausgesaugt wird.
Meine Meinung:
Ganz ehrlich? Ich bleibe jedes Mal enttäuscht zurück, wenn ich ein neues Buch der Talente lese.
Enttäuscht, weil ES IMMER AN SO FURCHTBAR SPANNENDEN STELLEN AUFHÖRT. Meine Güte, ich glaube selten haben meine Nerven so gelitten wie bei diesem Buch! Aber der Reihe nach.
Sprache:
Wie zuvor liebe ich den Erzählstil. Er ist spannend, einprägsam und dabei liest er sich so angenehm, dass man nicht mehr damit aufhören will. Es gibt sowohl spannende Passagen, aber auch viele romantische – und ich liebe sie alle. Mira Valentin schafft es, beide Gegensätze so mitreißend und glaubhaft darzustellen, dass man gar nicht anders kann als sich in der Geschichte zu verlieren und in die ein oder andere Figur zu verlieben.
Figuren:
In den ersten beiden E-Books hatte ich immer das Gefühl, als sei Melek zu kalt und konnte mich nicht so richtig mit ihr anfreunden. Das hat sich inzwischen vollkommen geändert. Sie kann lieben – und das nicht zu wenig – und zeigt die Emotionen, die mir anfangs gefehlt haben. Sie tut zwar immer noch ab und zu Dinge, für die ich sie am liebsten schütteln will, aber sie tut es aus den richtigen Gründen.
Erik mag ich wirklich sehr, sehr gern. Er ist liebenswert und einfach großartig. In diesem Band bekommt er eine größere Rolle, die er sehr gut ausfüllen kann. Man freut sich einfach mit ihm, wenn ihm etwas Gutes passiert, und leidet mit ihm, wenn das Gegenteil der Fall ist. Man muss Erik einfach gern haben, was zeigt, wie gelungen er als Buchcharakter ist.
Ähnliches gilt für Levian. Auch er hat in diesem Band ein paar wirklich großartige Szenen, die die Leserin dahinschmelzen lassen. Selbst wenn man nicht auf seiner Seite steht, so kann man nicht umhin, ihn irgendwie eben doch zu mögen und ihm nur Gutes zu wünschen. Er ist eben ein bisschen der Bad Boy der Runde – irgendwie will man den ja immer, oder?
Und dann gibt es noch Jakob. Von ihm hören wir leider nicht ganz so viel in Band 5, aber die Szenen, die er hat, haben es in meinen Augen in sich. Ich spiele vor allem auf eine bestimmte an, in der man sieht, dass Jakob nicht so hart und gefühlskalt ist, wie man vielleicht vermuten könnte.
Handlung:
Die Dschinn/Faune erwachen wieder aus ihrer Winterruhe und wir lernen erneut einige Dinge über deren Welt. Aber auch über die anderen Talente, allen voran Mike, erfahren wir in diesem Teil mehr. Es geht dieses Mal nicht nur um den Kampf gegen die Dschinn, sondern auch um die Machtverhältnisse und Befehlsgewalten innerhalb der Talente. Um Treue, Loyalität und weitreichende Entscheidungen.
Jedes Kapitel hält neue Wendungen, neue dramatische Ereignisse und unvorhergesehene Dinge bereit. Kurzum: In jedem Kapitel liegen die Nerven des Lesers erneut blank, wenn man sich gerade vom letzten Schock erholt hat.
Doch das Tolle ist, es gibt nicht nur Action und Drama, sondern auch ruhigere Passagen, die ans Herz gehen. Mir hat beispielsweise das Kapitel „Ruhe“ extrem gut gefallen, weil es eine Pause von den vielen Ereignissen war und dennoch vieles passiert ist. Nur eben ruhiger. Die Szenen dort fand ich so wundervoll beschrieben, dass ich selbst als bekennender Jakob-Fan nicht anders konnte als glücklich zu seufzen.
Wer das Buch liest, muss allerdings stark sein, denn das Ende lässt einen sehnsüchtig auf den nächsten Teil hoffen. Man könnte der Autorin sadistische Tendenzen nachsagen, muss man aber nicht. 😉
Fazit:
„Das Erwachen der Faune“ hat mich emotional berührt, mitgerissen und teilweise völlig aus der Bahn geworfen. Ich war am Ende ein nervliches Wrack und ehrlich – das zeigt doch, wie sehr ich in der Geschichte war. Ich liebe die Reihe inzwischen vorbehaltlos und kann sie jedem empfehlen, der gern liest. Hier gibt es einfach alles, was das Herz begehrt. Band 5 ist in meinen Augen sogar noch mal ein Stückchen besser als Band 4, der ebenfalls schon großartig war. Deshalb kann ich nicht anders als die vollen 10 lila Punkte zu geben.