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Details:
Seitenzahl: 432 Seiten
Verlag: FJB
Erschienen: 22. März 2016
Inhalt:
Allysons Leben ist genau wie ihr Koffer – überlegt, geplant und ordentlich gepackt. Doch am letzten Tag ihrer dreiwöchigen Europatour lernt sie Willem kennen. Als freier, ungebundener Schauspieler ist er all das, was die 18jährige Allyson nicht ist, und als er sie einlädt, mit ihm nach Paris zu kommen, trifft sie spontan eine für sie untypische Entscheidung. Sie ändert ihren Plan und geht mit ihm. Allyson erlebt einen Tag voller Abenteuer und Romantik, Freiheit und Nähe – bis Willem am nächsten Morgen nicht mehr da ist.
Ein überwältigendes Buch über Liebe, Identität und die Zufälle des Schicksals.
Autorin:
Gayle Forman, geboren 1971, begann ihre journalistische Karriere beim ›Seventeen Magazine‹
und arbeitete dann für große Zeitschriften wie ›Cosmopolitan‹, ›Glamour‹ und ›Elle‹, bevor sie anfing, Romane
zu schreiben. Inzwischen hat sie etliche Bestseller veröffentlicht. Sie lebt mit ihrer Familie in Brooklyn, New York.
Meine Meinung:
Es gibt Bücher, die einem sehr gut gefallen, die aber keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Und es gibt Bücher, die einen bewegen, zum Nachdenken anregen und Sehnsüchte wecken. Solche Geschichten bleiben im Gedächtnis haften, weil sie sämtliche Emotionen wach rufen, die wir empfinden können, weil sie uns bewegen und verändern.
„Nur ein Tag“ ist definitiv ein solches Buch.
Sprache:
Die Sprache ist sehr flüssig zu lesen, sodass man gar nicht merkt, wie schnell die Seiten dahinfliegen. Gayle Forman schafft es mit einer Leichtigkeit Emotionen und Charaktere zu transportieren, ohne sich zu sehr darauf zu konzentrieren. Ganz nebenbei lernen wir Allyson kennen, ihre Familie, ihre Freunde und vor allem ihre Gefühlswelt. Denn gerade die innere Entwicklung, die Allyson durchmacht, kann die Autorin so wunderbar und hervorragend darstellen, dass man sich als Leser direkt hineinversetzen kann.
Figuren:
Allyson ist generell eine tolle Protagonistin. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich selbst sehr in ihr wiedererkenne und deshalb umso mehr mitfiebere. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass Allyson lernt ihre Ängste zu überwinden und sich selbst zu finden, was mich sehr beeindruckt hat. Denn genau darum geht es in „Nur ein Tag“. Es ist auch eine Liebesgeschichte, aber vor allen Dingen ist es eine Reise zu sich selbst, zu der Person, die man eigentlich sein möchte.
Willem gefällt mir ebenfalls gut, da man ihn nicht wirklich einschätzen kann. Deshalb bin ich umso gespannter auf den zweiten Teil des Romanduos, das seine Sicht der Dinge erzählt. Man weiß nie, ob Willem es ernst meint mit Allyson oder ob es für ihn nur ein Spiel ist. Man lernt ihn lediglich als lebenslustigen Mann kennen, dessen Leidenschaft für Abenteuer und Reisen ansteckend ist, der jedoch auch seine traurigen Seiten hat – die allerdings nur kurz angeschnitten werden. Er ist eine sehr interessante Figur und ich kann Allyson sehr gut verstehen, dass sie sich spontan entscheidet mit ihm nach Paris zu fahren.
Handlung:
Die Handlung ist in meinen Augen eine Meisterleistung.
Allyson und Willem sind insgesamt nur einen einzigen Tag zusammen und doch verändert er sie für das darauf folgende Jahr vollkommen.
Sie sehen sich ein Jahr lang nicht und trotzdem ist er immer anwesend.
Sie kennen sich im Grunde gar nicht und dennoch hat man auch als Leser das Gefühl, als wäre Willem einem vertraut.
Gayle Forman schafft hier etwas ganz außergewöhnliches, das mich wirklich zutiefst beeindruckt hat.
Nach dem Tag in Paris erfahren wir schlaglichtartig wie es Allyson im weiteren Verlauf geht. Dabei wird im Grunde immer ein Ereignis pro Monat herausgepickt – eine Methode, von der ich eigentlich nicht sonderlich angetan bin. Doch hier funktioniert es so wunderbar, dass ich mir nichts anderes vorstellen könnte. Man hat nie das Gefühl in den Wochen, die nicht detailliert erzählt werden, etwas zu verpassen oder dass es störend wäre, dass die Handlung geraffter dargestellt wird. Im Gegenteil. Diese Einsichten reichen völlig aus, um Allysons Entwicklung zu erkennen und sich in sie hinein zu fühlen.
Wahnsinn! Ich muss einfach noch einmal betonen, wie wunderbar Gayle Forman das gelöst hat.
Doch es geht nicht nur um die Liebesgeschichte um Willem, sondern auch um Allyson selbst. Sie war an jenem einen Tag in Paris ein anderer Mensch, war mehr sie selbst als jemals zuvor in ihrem Leben. Die Handlung erzählt also vor allen Dingen Allysons Weg zurück zu dieser Person, zurück zu ihrer wahren Natur. Und das geschieht so glaubwürdig, dass ich mich vollkommen in sie hineinversetzen konnte.
Nebenbei weckt „Nur ein Tag“ auch eine ungeahnte Sehnsucht zum Reisen. Man will am liebsten sofort zum nächsten Bahnhof und einfach in irgendeinen Zug steigen. Man wünscht sich plötzlich Abenteuer, neue Städte, neue Länder und Begegnungen. Noch ein Punkt, der mich einfach nur begeistert hat, denn solche Gefühle zu wecken, ist nicht selbstverständlich.
Fazit:
„Nur ein Tag“ ist ein absolut umwerfendes, großartiges und atemberaubendes Buch über Zufälle, Liebe, Schicksal und vor allen Dingen die Reise zu sich selbst. Obwohl nicht viel Action geboten wird, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil es mich so berührt und gefesselt hat. Allysons Reise zu sich selbst hat mich zum Nachdenken angeregt und mich nachhaltig beeindruckt, ebenso wie sie es geschafft hat, eine gewaltige Portion Fernweh in mir zu wecken. Am liebsten würde ich sofort zum Flughafen oder Bahnhof und einfach in die nächste Maschine steigen – nur wegen dieses wundervollen Romans.
Bitte unbedingt lesen!!!!!
Natürlich gibt es hier die vollen 10 lila Punkte.